Sterbehilfe

Grundgesetz Artikel 1

Die Würde des Menschen ist unantastbar

Skulptur: Blutentnahmestuhl, Patientenhemd, Schaufensterpuppe,

Ton Taube, Kabelbinder, Acrylfarbe, Kette.

2024


Ich möchte an dieser Stelle betonen, dass in dieser arbeit mein Fokus ausschließlich auf eine spezielle Situation gerichtet ist – Menschen, die trotz langjähriger Therapie und professioneller Unterstützung aufgrund verschiedener Erkrankungen und Lebensumstände das Leben nicht mehr ertragen können und wiederholt den Wunsch äußern, ihrem Leben ein Ende zu setzen



Als 30 jähriger Pfleger in der Gerontopsychiatrie mit 6 jähriger Berufserfahrung der beinahe täglich mit dem Thema konfrontiert wird, ist es mir ein großes Anliegen in diesem Bereich das Bewusstsein zu schaffen, dass es Menschen in unserer Gesellschaft gibt, die aufgrund mangelnder Anlaufstellen, Aufklärung, Ansprechpartner, der Umsetzung der Rechtslage und fehlenden Verständnis in unserer Gesellschaft keine Erlösung finden. 


Es ist schwierig; nicht alle Menschen schaffen es allein, sei es im Wunsch zu leben oder zu sterben. Oft ist Unterstützung erforderlich.


  • Gründe?

    Gründe, warum Menschen Sterbehilfe in Anspruch nehmen möchten, können sein, dass sie unter schweren, nicht heilbaren Schmerzen leiden, ihre Lebensqualität stark beeinträchtigt ist, sie an einer unheilbaren Krankheit leiden oder ihre Selbstbestimmung am Ende des Lebens wahren möchten. Auch äußere Umstände können Faktoren sein, die schwere psychische Erkrankungen auslösen, sei es der Verlust von Angehörigen, Einsamkeit, finanzielle Probleme oder das Empfinden, jegliche Würde verloren zu haben.

  • (Fiktiv) Maria. 65 Jahre


    Maria, 65 Jahre alt, leidet seit Jahren unter einer unheilbaren Krankheit, die mit starken Schmerzen und fortschreitendem körperlichem Verfall einhergeht. Ihre Lebensqualität hat drastisch abgenommen, und sie ist zunehmend auf die Unterstützung anderer angewiesen. Die Medikamente lindern die Schmerzen nur temporär, und die Aussicht auf eine Verschlechterung ihrer Lage in den kommenden Monaten ist entmutigend.


    Maria hat intensive Gespräche mit ihren Angehörigen, Freunden und Ärzten geführt, um alle verfügbaren Optionen zu erkunden. In diesem Prozess hat sie sich dazu entschlossen, das sie gerne die Kontrolle über ihr Lebensende selbst zu entscheiden. Maria möchte Frieden finden und ihren Angehörigen den langwierigen und schmerzhaften Abschied ersparen.


    Dieses Beispiel soll verdeutlichen, dass die Entscheidung für Sterbehilfe oft mit tiefgreifenden körperlichen Leiden und einer individuellen Suche nach Autonomie und Würde verbunden ist. Es ist wichtig zu betonen, dass die Perspektiven zu diesem Thema vielfältig sind, und die Achtung der individuellen Entscheidungsfreiheit und der Lebensqualität spielen dabei eine zentrale Rolle

  • (Fiktiv) Max 30 Jahre

    Max, 30 Jahre alt, leidet seit seiner Jugend unter schweren psychischen Erkrankungen. Er kämpft seit Jahren mit chronischer Depression und generalisierter Angststörung. Trotz zahlreicher Therapien und Medikationen hat sich sein Zustand nicht verbessert. Die täglichen Panikattacken, die lähmende Hoffnungslosigkeit und die völlige Erschöpfung haben ihm jegliche Lebensfreude genommen.


    Max hat seine sozialen Kontakte weitgehend verloren, da es ihm unmöglich ist, sich auf zwischenmenschliche Beziehungen einzulassen. Die Isolation und die ständige innere Unruhe verstärken seine Verzweiflung. Die psychiatrischen Aufenthalte und die verschiedenen Behandlungsansätze brachten nur kurzfristige Linderung, gefolgt von tiefen Rückfällen. 


    In den letzten Monaten hat sich Max intensiv mit dem Thema Sterbehilfe auseinandergesetzt. Er hat Gespräche mit Therapeuten, Ärzten und rechtlichen Beratern geführt, um alle Aspekte seiner Situation zu beleuchten. In dieser Zeit hat er seine Gedanken und Gefühle in einem ausführlichen Brief an seine Familie und Freunde festgehalten. Er möchte, dass sie seine Entscheidung verstehen und akzeptieren können.


    Max ist der Überzeugung, dass er den Kampf gegen seine inneren Dämonen nicht länger ertragen kann. Er hat das Gefühl, dass er sein Leben nicht mehr in Würde führen kann und wünscht sich, die Kontrolle über sein Lebensende zu haben. 



    Dieses Beispiel verdeutlicht, dass Menschen mit psychischen Erkrankungen manchmal den Wunsch nach assistierter Sterbehilfe haben, aber in Deutschland mit erheblichen Barrieren konfrontiert sind, die eine Umsetzung dieser Entscheidung sehr schwierig machen. Es betont die Herausforderungen und Komplexität in Bezug auf ethische und rechtliche Aspekte dieses sensiblen Themas.


  • Organisatorische Hürden!

    Organisatorische Hürden:

    Für schwer kranke Personen ist es fast unmöglich, die notwendigen organisatorischen Schritte eigenständig zu bewältigen. Die umfangreiche Bürokratie, die erforderlichen Konsultationen und die psychische Belastung machen es für die Betroffenen äußerst schwierig, den Prozess alleine zu durchlaufen.



  • Mangel an Unterstützern

    Es ist sehr schwer bis nahezu unmöglich, Ärzte und Fachpersonal zu finden, die bereit sind, Sterbehilfe zu leisten. Viele Fachleute lehnen die Beteiligung aus ethischen, moralischen oder rechtlichen Gründen ab.


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